Beinhaus Hallstatt

Das weltberühmte Beinhaus in der Michaelskapelle

Neben dem ältesten Salzbergwerk der Welt und der idyllischen, weltberühmten Postkartenansicht zählt das aus dem 12. Jahrhundert stammende Beinhaus in der Michaels Kapelle - rechts neben der Katholischen Pfarrkirche - zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten in Hallstatt: Besucher aus aller Welt kommen jedes Jahr um diese außergewöhnliche Sammlung von über 600 kunstvoll bemalten Schädeln zu bewundern. Einige wurden schon Ende des 18. Jahrhunderts bemalt, manche stammen aber auch noch aus dem 20. Jahrhundert.

Geschichtlicher Hintergrund

Die Schädelmalerei wurde hauptsächlich während des 19. Jahrhunderts durchgeführt und gehört zu einem Kulturkreis, der vorwiegend im östlichen Alpenraum - d.h. im österreichischen Innviertel, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Bayern - verbreitet war. Noch heute findet dieser Brauch in Hallstatt Anwendung. Hallstatt besitzt die größte Schädelsammlung, die es je gegeben hat. Andere Sammlungen sind kaum noch vorhanden. Musste ein Grab für ein neues Begräbnis wieder verwendet werden, wurde das Aufnehmen der Schädel oder Knochen in ein Beinhaus oder einen Karner als eine Art zweite Bestattung aufgefasst. Mit der Bemalung und Beschriftung wurde die Identität der früheren Familienmitglieder bewahrt. Je nach Familienzugehörigkeit, aber auch je nachdem, wer gemalt hat, wurden die Namen oder nur die Initialen, manchmal auch gar keine Beschriftung angebracht.

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© Kraft

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© Kraft | Große Totenschädelsammlung: Besichtigen Sie das Beinhaus der Katholischen Kirche von Hallstatt. Hier werden Schädel und Skelettknochen von Verstorbenen aufbewahrt – der Großteil der Schädel ist kunstvoll bemalt und beschriftet. Katholische Kirch

Obwohl es klar ist, dass mehrere Arten der Bemalung vorkommen, hat es sich gezeigt, dass die Art der Bemalung einer besonderen Entwicklung folgt. Dazu kommt auch die Art und Weise, in der die Namen oder Initialen geschrieben wurden. Vor einer 1974 - 1993 gemachten Untersuchung gab es Vorstellungen über Bemalungen, die nicht mit der tatsächlichen Entwicklung übereinstimmen. Es war auch angenommen worden, dass die Schädel wegen Platzmangels in das Beinhaus gebracht wurden. In einer früheren Untersuchung, die bereits 1948 - 1950 stattfand, konnten 2104 bemalte und unbemalte Schädel dokumentiert werden. Da es bis 1900 aber etwa 30000 Eintragungen in das Sterbebuch gab, ist klar, dass diejenigen, die ins Beinhaus gebracht wurden, nur eine kleine Auslese der Bestatteten darstellen.

Es lässt sich eine gewisse Familientradition nachweisen, mehrere Maler waren in dieser Zeitspanne tätig. Mit wenigen Ausnahmen ist die Malerei für eine gewisse Zeit charakteristisch. Schädel mit Kränzen sind die ältesten - je dunkler der Kranz, desto älter der Schädel. Schmale Kränze und farbiges Kreuz mit Randkontur sind die jüngsten dieser Art Bemalung. Ein Blumenornament an der Stirn kennzeichnet die nächste Phase, dann folgen grüne Blätter an den Schläfen (Eiche, Efeu, Oleander) - fast immer mit einem schwarzen Kreuz an der Stirn.

Die jüngsten Bemalungen vom Anfang des 19. Jahrhunderts sind durch dünne Efeuzweige beiderseits, lateinische Schrift und ein verhältnismäßig schmales Kreuz charakterisiert. Manche Schädel sind nur mit dem Namen versehen, manche Bemalungen sind Kopien von früher. In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts wurden nur vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt.

Michaelskapelle – Home of the Beinhaus

Die Michaelskapelle neben der Katholischen Pfarrkirche, angrenzend an den malerischen Friedhof, könnte man als Heimat des Beinhauses bezeichnen. An ihrer östlichen Stirnseite steht der barocke Michaelsaltar, gestiftet 1612 vom Salzfertitger Eysl. Die barocke Kanzel an der Nordwand wurde 1905 aus der Pfarrkirche entfernt. Der rückwärtige Altar stammt aus der ehemaligen Krankenhauskapelle im Hallstätter Ortsteil Lahn. Die zwei steinernen Lichthäuschen an der Ortsseite waren einst bei Totenmessen in Verwendung. Zudem enthält ein Butzenscheibenfenster des gotischen Kapellenraumes im oberen Stockwerk ein wertvolles gotisches Glasgemälde: „St. Michael mit der Seelenwaage".

Unser Tipp: Verbinden Sie Ihren Besuch des historischen Kirchengeländes mit einem gemütlichen, zirka halbstündigen Spaziergang “über den Dächern von Hallstatt“ oder einem Rundgang über den geschichtlichen Themenweg, der durch das gesamte Zentrum führt.

Führungen auch im Winter

Wenn der erste Schnee die Gipfel der Berge rund um den Hallstättersee erreicht, schließt das weltberühmte Beinhaus für die täglichen Besucher seine Pforten. Möchten Sie allerdings mit Ihrer Reisegruppe zwischen November und April einen Blick auf eine der größten Schädelsammlungen der Welt werfen, so ist dies gegen eine Anmeldung - eine Woche vor Ihren Besuch - jederzeit möglich. Wir empfehlen eine Anmeldung via E-Mail. Kontaktdaten dazu finden sie nachfolgend unter “Informationen auf einen Blick“.

Informationen auf einen Blick

  • Winter-Öffnungszeiten 2017/18:
    1. November 2017 bis 2. April 2018
    Mittwoch bis Sonntag täglich von 11:30 bis 15:30 Uhr
    Montag & Dienstag geschlossen!

    Sommer-Öffnungszeiten 2018
    1. Mai 2018 bis 30. Oktober 2018:
    täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr

    Preis: Eintritt/Kulturbeitrag: 1,50 Euro
  • Kontakt
    Katholische Pfarre Hallstatt
    Kirchenweg 40
    4830 Hallstatt
    Österreich
    Telefon: +43 (0) 6134  8279
    E-Mail: pfarre.hallstatt@dioezese-linz.at
    Homepage: www.kath.hallstatt.net
    Öffnungszeiten Katholische Pfarrkirche Hallstatt
    Täglich von 9:00 bis 17.00 Uhr durchgehend geöffnet.