Die Kerntragerweiber

Die "Kernbank" am Dr. Morton-Weg erinnert an die triste soziale Situation im Hallstatt des 19. Jahrhunderts: Der Niedergang des Salzwesens zwang damals viele Frauen von Bergknappen und Salinenarbeitern, auch selbst Arbeit anzunehmen. Mit der Kraxe auf dem Rücken überwanden sie zweimal täglich die fast 500 Höhenmeter bis zum Salzbergwerk und kehrten, schwerbeladen mit Kernsalz, wieder ins Tal zurück. Manche trugen diese Last selbst im hochschwangeren Zustand. Das direkt aus dem Gestein gebrochene Kernsalz findet heute noch als Lecksalz für das Wild bzw. das Vieh Verwendung. Die letzten Kerntragerweiber gingen noch um 1890 ihrer schweren Tätigkeit nach.

Die mangelhafte Nahrungsversorgung, aber auch die gelegentliche Beruhigung mit "Schnapszutzlern" (in Alkohol getränkten Schnullern) führte bei manchen Kindern zu körperlichen und geistigen Schäden. Einer adeligen Mode des 19. Jahrhunderts folgend, versuchte Erzherzogin Sophie im Jahre 1853 dieses Elend durch die Gründung einer "Kleinkinder, Bewahr- und Erziehungsanstalt" in Hallstatt-Lahn zu mildern.

 

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