Die Gosauseen

Die Vordere Gosausee: Reste aus der Eiszeit

Der Vordere Gosausee ist ein Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Die Eiszeitgletscher haben den Trog ausgeschürft, in dem dann das Wasseraufgestaut wurde. Der Gosausee hat am hinteren Ende mehrere, zum Teil unterirdische Zuflüsse. Auch die Wasserabflüsse liegen unter dem Wasserspiegel: ein Teil fließt durch künstli-che Stollen und Rohre zu einem Kraftwerk am Ende des Gosautales, ein Teil fließt durch natürliche Klüfte und Fugen ab und tritt bei den Brunnbächen wieder an die Oberfläche (siehe "Die Brunnbachwanderung" ).

Das genannte Kraftwerk , welches das Wasser des Gosausees nutzt, wurde 1910 gebaut. Es ist ein soge-nanntes Speicherkraftwerk, das im Winter, wenn der Strom teuerist, betrieben wird. Im Frühling, wenn billiger Überschußstrom vorhanden ist, wird Wasser vom Stau-see hinter dem Gosauschmied in den Gosausee ge-pumpt, bis dieser wieder seinen natürlichen Wasser-stand erreicht hat.

Das Wasser des Gosausees ist klar und hat Trinkwasserqualität. Beste Lebensbedingungen also für mehrere Fischarten. Die kleinen Pfrillen sind Ureinwohnerdes Gosausees. Einstgab es hiernoch die "Schwarzreiter". Das waren kleine Edelfische, die vor etwa 50 Jahren durch menschlichen Einfluß ausgestor-ben sind. Die Regenbogenforellen und Barsche (Schrazen), die heute im Gosausee vorkommen, sind künstlich eingesetzt. Die Nahrungsquellen der kleineren Fische sind Mikroorganismen (Plankton), die reichlich im Wasser vorkommen.

Wunderbare Natur mit Dachsteinblick

Beginnen wir nun unsere Wanderung um den Gosausee. Mit Blick auf den Dachstein wandern wir zuerst auf der linken Seeseite: Auf der Sonnseite wechseln steile Wälder mit senkrechten Felsen. Die Wälder bestehen aus Fichten, Tannen, Lärchen, Buchen und Bergahorn, die sich bis an die Waldgrenze hinaufschieben. Die Felswände sind stellenweise mit8laugras überwachsen und im Frühjahr blühen an unzähligen Stellen Petergstam (Alpenprimel) in einem satten Gelb. Gegen das Seeende hin, nach derausgesprengten Wegstelle, finden wir auf den trockenen Steinhalden kümmerliche Birken.

Unter den tiefhängenden Ästen der Bäume wachsen herrliche Moospolster: das Etagenmoos.Am Ende des Sees, wo wir auf die andere Seeseite wechseln, wächst auf dem Schotterboden ein gesunder Fichten - Tannenwald. Es ist beruhigend zu sehen, wie unter dem Schirm der älteren Bäume die jüngeren Tannen heranwachsen. Am Rückweg, auf der Schattseite, kommen wir an entwurzelten Baumstöcken vorbei. Im Jahre 1987 ist hier eine Jahrhundertlawine abgegangen, die einen breiten Streifen in den Wald gerissen hat.

Wasser erleben...

Der Weg rund um den Gosausee zählt zu den ganz besonderen Themenwegen. Elf Stationen bringen Ihnen die einzigartigen Landschaftsformen des Inneren Salzkammergutes näher. Vom natürlichen (Trinkwasser-)Brunnen über dem Pythagorasbecher, dem Wasserxylofon bis hin zum Hörtrichter erfahren Sie hautnah die vielfältigen Wirkungen und Effekte des Wassers.

Informationen auf einen Blick

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Gasthof Gosausee
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Länge: 4.00 km
  • Gehzeit: 1 Stunde - 1.5 Stunden
  • Wegbeschaffenheit: Wald-und Schotterweg
  • Ausrüstung: Wanderschuhe, feste Schuhe, Sportschuhe
  • Für Familien mit Kinderwagen geeignet
  • Besonderheiten: Wunderbare Aussichten auf den Dachsteingletscher. Familienfreundlicher Rundweg. Auch für Kinderwagen geeignet. Eine Wanderung um den Gosausee, umgeben von einer weltberühmten Felskulisse bietet eine Vielfalt von Naturwundern.

Familienwanderung zum Hinteren Gosausee

Gehen Sie entlang des Gosausees (je nach Sonnen-stand links oder rechts vom See) bis zur Gosaulacke. Die Gosaulacke ist ein Karstsee, der bei Trockenheit fast ausgetrocknet ist. Später kommen wir beim "Launingfall" vorbei, der nach Regenfällen ein Naturschauspiel bietet. Der Weg führt durch ein karges, teilweise mit Legföhren bestocktes Waldgebiet, am "Zigeunerloch" vorbei. Nach Überwindung eines Steilstückes sind wir auf dem "Luagbichl". Von hier haben wir einen schönen Blick zurück zur Gosaulacke und zum Vorderen Gosausee. Links die mit Latschen bewachsenen Schutthänge der "Schütt". Von hier geht es sanft 10 Min. bis zum Hinteren Gosausee, wobei wir einmal den periodisch aktiven Abfluß des Sees überqueren müssen.

Der hintere Gosausee ist ein typischer Karstsee, d.h. sowohl der Zufluß als auch der Abf/uß ist (bei Normalwasser) unterirdisch. Nur bei Hochwasser hat der See auch einen oberirdischen Abfluß. Eine Besonderheit ist eine Spalte im vorderen Teil des Sees (nursehrschwerzugänglich). Diese Spal-te ist normalerweise eine Quelle. Aus ihr entspringt Wasser, das von den Gletschern kommt und in den See fließt.

Steigt der Wasserspiegel aber an, so fließt das Wasser des Sees durch diese Spalte ab. Die Quelle wird zur "Schwinde". Doch nicht genug des Wunders! Ein Teil dieses Wassers fließt nun unterirdisch weiter bis ins Gosautal, wo es aus den Brunnbächen entspringt. Der weitaus größere Teil aber fließt quer durch das Gebirge und tritt beim "Waldbachursprung" bei Hallstatt wieder an den Tag. Dies ist ein Beispiel dafür, welche unwahr-scheinlichen Wege das unterirdische Wasser oft nimmt. Am Ende der Sees ist die bewirtschaftete Holzmeisteraim.

Informationen auf einen Blick

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Gasthof Gosausee / Talstation Gosaukamm/Zwieselalmseilbahn
  • Ankunftspunkt: Gosausee
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Gehzeit: 2 Stunden
  • Wegbeschaffenheit: Der Weg ist grobschottrig, großteils flach, mit einigen steilen Wegstellen, ungefährlich.
  • Ausrüstung: Wanderschuhe, feste Schuhe sind unbedingt erforderlich.
  • Beste Wanderzeiten: April, Mai, Juni, Juli, August, September
  • Besonderheiten: Wunderbare Aussichten auf den Dachsteingletscher. Familienfreundlicher Wanderweg. Für Alt und Jung geeignet

Wanderung zur Ebenalm

Forststrasse oder Fußweg 1 ½ Stunden vom Gosausee:  Einer der schönsten Wanderstrecken am Gosausee ist der weg auf die Ebenalm. Auf halber Strecke der Gosausee-Uferstrasse zweigt leicht ansteigend eine Forststrasse ab, auf der in knapp einer Stunde die Ebenalm erreicht wird. Von der Straßee abzweigend ist auch eine Abkürzung beschildert, die an dem "Kreidenbruch" vorbeiführt.

Aufmerksame Beobachter erkennen noch diesen Steinbruch, wo vor 50 Jahren Tafelkreide gebrochen wurde. Von hier bietet sich ein herrlicher Ausblick auf den gegenüberliegenden Gosaukamm.  Auf der Ebenalm angekommen finden Sie eine bewirtschaftete Almhütte und eine Jagdhütte. Ein sehr steiler, doch recht romantischer Weg führt von der Ebenalm - "durch die Klamm" - zum Stausee hinter dem Gosauschmied. Dieser Weg erfordert gutes Schuhwerk und Trittsicherheit.

 

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