Die Kapuziner im Färberhaus

Viele Bauwerke im Goiserer Ortszentrum tragen seltsame Namen - Gassenbauernhaus, Bösenännerlhaus, Trautlhanslhaus oder Lippenfranzlhaus. Dieses Gebäude, das die Jahreszahl 1594 trägt, hat man früher auch als Kapuzinerhaus bezeichnet: Dies ist ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Zentrum der Gegenreformation handelte: Die in Traunkirchen residierenden Jesuiten hatten während der Gegenreformation Kapuzinermönche ins Innere Salzkammergut geschickt, um das katholische Kirchenwesen mit harter Hand wieder einzusetzen. Die spätere Bezeichnung dieses Hauses geht auf das 19. Jahrhundert zurück: Damals betrieb der Färbermeister und „Cottondrucker" Josef Steinbrecher darin eine „Indigofärberei".

Die Leinwand bezog er von den Webern, die den Flachs der Goiserer Bauern auf ihren Webstühlen verarbeiteten. Unter dem Giebelvordach sind noch heute die Stangen zu sehen, auf denen er das gefärbte Leinen zum Trocknen aufgehängt hatte. Der ehrsame Meister galt übrigens auch als begabter Künstler, der vor allem die Landschaft um seinen Heimatort zeichnete.

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