Der Boandlrichter von Goisern

Von 1850 bis 1921 lebte Gottlieb Oberhauser in Goisern. Anno 1884 erteilte ihm Kaiser Franz Josef I. mit „Allerhöchster Entscheidung" die Bewilligung „zum Heilen von Beinbrüchen und anderen Verletzungen ohne Anwendung innerer Medikamente". Oberhauser hatte sich seine heilbringenden Fertigkeiten in seiner Jugend als Halterbub auf der Postalm angelernt, indem er die gebrochenen Glieder von Kühen mit Stricken, Riemen und Holzlatten wieder zurechtbog. Seit 1875 lebte der gebürtige Kitzbüheler als Bauer in Goisern, wo er sein Beinrichter-Handwerk zunächst illegal auf die Menschen ausdehnte: Alljährlich bewies er an hunderten Patienten - armen und reichen, die man von nahm und fern zu ihm brachte - die Kunst seiner Hände und sein medizinisches Wissen. Hinter dem Kachelofen stand der „Hansl", ein menschliches Skelett, das er zum anatomischen Studium benutzte.

Bei schweren Entzündungen empfahl der „Boanlrichter" übrigens „Foenom graecum", das die Einheimischen einfach „Oberhauser-Koch" nannten: Dabei wurden die gemahlenen Samen des Bockshornklees mit heißer Milch verkocht und auf die verletzten Körperteile aufgelegt.

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